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Kohlenhydratreduzierte – Diät und koronare Durchblutung

Veröffentlicht von Steffen am 12. November 2017
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Kohlenhydratreduzierte - Diät und koronare Durchblutung

(dieser Beitrag wurde zuletzt am 03.03.2026 fachlich geprüft und inhaltlich überarbeitet.)

(nach "Low Carb Diets and Coronary Blood Flow", Michael Greger M.D., 2014 - frei übersetzt und fachlich eingeordnet von Heilpraktiker Steffen Jurisch) 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen nicht über Nacht.
Sie entwickeln sich über Jahre – oft im Hintergrund chronischer, stiller Entzündungsprozesse.

Unsere Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Sehr häufig hören wir in Mainstream-Veröffentlichungen, dass Kohlenhydrate als die Hauptverursacher moderner Zivilisationskrankheiten bezeichnet werden. Viele Menschen wenden sich deshalb Low-Carb-Diäten zu, die einen schnellen Gewichtsverlust, bessere Blutzuckerwerte und mehr Energie versprechen.

Doch wie wirkt sich eine kohlenhydratarme, eiweiß- und fettreiche Ernährung tatsächlich auf die koronare Durchblutung aus?

Die entscheidende Frage lautet für mich nicht:

„Was passiert auf der Waage?“

sondern

„Was passiert in den Herzarterien?“

Die Antwort liefert eine der wenigen Studien, die den Blutfluss im Herzen direkt gemessen hat.

 

Viele Menschen, die eine Low-Carb-Diät (z. B. Atkins) beginnen, stellen zunächst keinen Anstieg ihres Cholesterinspiegels fest.

Wie ist das möglich?

Gewichtsverlust – unabhängig von der Methode – kann den Cholesterinspiegel senken. Jede starke Kalorienreduktion führt häufig zu einer Verbesserung einzelner Laborwerte. Doch entscheidend ist nicht allein das Cholesterin, sondern die Frage:

Was passiert mit den Blut-Gefäßen selbst?

Denn das eigentliche Ziel ist nicht nur eine schlankere Silhouette, sondern der Schutz unserer Arterien – und damit unseres Herzens.

Was zeigen Studien zur Gefäßfunktion?

Mehrere Auswertungen hochwertiger Studiendaten untersuchten den direkten Einfluss kohlenhydratreduzierter Ernährung auf die Gefäßfunktion.

Ergebnis:

  • Abnahme der sogenannten Flussmediatoren-Dilatation (die Fähigkeit der Blutgefäße sich bei Bedarf zu erweitern oder zusammen zu ziehen)

  • Zunahme der Gefäßsteifigkeit

  • Verschlechterte Funktion der Arterien

Eine protein- und fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung war in diesen Untersuchungen mit einer reduzierten Gefäßelastizität assoziiert.

Die periphere Durchblutung (z. B. in Armen und Beinen) ist dabei jedoch weniger entscheidend als die koronare Durchblutung, also die Versorgung des Herzmuskels selbst.

Studie zur koronaren Durchblutung

Eine besonders interessante Untersuchung trug den Titel:

„The Effect of High-Protein Diets on Coronary Blood Flow“

Der Nuklearkardiologe Dr. Richard Fleming untersuchte 26 Personen mittels SPECT-Scan, einer bildgebenden Methode zur direkten Messung des Blutflusses im Herzmuskel.

Alle Teilnehmer erhielten zunächst die Empfehlung zu einer pflanzenbasierten, vegetarischen Ernährung. Nach einem Jahr wurde erneut gemessen.

Zwischenzeitlich hatten jedoch 10 der 26 Personen eigenständig auf eine kohlenhydratarme Diät gewechselt.

Damit ergab sich eine direkte Vergleichsgruppe:

  • 16 Personen mit pflanzenbasierter Ernährung

  • 10 Personen mit Low-Carb-Ernährung

Ergebnisse nach einem Jahr

Pflanzliche Ernährung

  • Rückgang der koronaren Plaquebildung

  • Verbesserung der Durchblutung

  • Reduktion atherosklerotischer Veränderungen um etwa 20 %

Low-Carb-Gruppe

  • Zunahme atherosklerotischer Ablagerungen

  • Verschlechterte koronare Durchblutung

  • Teilweise 40–50 % mehr Gefäßverengungen im Vergleich zum Ausgangswert

Die bildgebenden Verfahren zeigten deutlich:

Während sich die Gefäße der pflanzenbasierten Gruppe öffneten, kam es in der Low-Carb-Gruppe zu einer Verschlechterung des Blutflusses im Herzmuskel.

Gesamtsterblichkeit

Spätere Meta-Analysen untersuchten nicht nur Risikofaktoren, sondern den „harten Endpunkt“ – die Gesamtsterblichkeit.

Dabei zeigte sich:

Eine kohlenhydratarme Ernährung war mit einem signifikant erhöhten Risiko für die Gesamtsterblichkeit assoziiert – also mit einer verkürzten Lebenserwartung.

Einordnung im Kontext chronischer Entzündung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen nicht isoliert. Sie stehen in engem Zusammenhang mit:

  • chronischen Entzündungsprozessen

  • Stoffwechselstörungen

  • Insulinresistenz

  • endothelialer Dysfunktion

Genau hier setzt auch mein Grundlagenthema an:

Meta-Entzündungen im Körper – Ursache vieler chronischer Erkrankungen

Fazit

Kurzfristige Laborveränderungen sind nicht gleichbedeutend mit langfristiger Gefäßgesundheit.

Entscheidend ist die Wirkung auf:

  • Gefäßfunktion

  • koronare Durchblutung

  • Entzündungsregulation

  • metabolische Stabilität

Eine nachhaltige Ernährung sollte nicht nur das Gewicht beeinflussen, sondern vor allem die Gefäßgesundheit und entzündliche Prozesse im Körper positiv regulieren.

Weiterführende Beiträge

Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, lesen Sie auch:

  • Meta-Entzündungen im Körper – Ursache für chronische Erkrankungen

  • Wie Ballaststoffe und Phytosterole Cholesterin senken

  • Ernährung und Krebsprävention

  • Wie verhindert man Entzündungen des Darms?

 

Wenn Sie Ihre Ernährung langfristig entzündungsregulierend und gefäßschützend gestalten möchten, begleite ich Sie gerne individuell in meiner Praxis.

Vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch.

Quellen:

The effect of high-protein diets on coronary blood flow, R M Fleming

The Effect of High-Protein Diets on Coronary Blood Flow (ganze Studie als PDF zum download),

Richard M. Fleming
 
 

 

 
 
 

 

 

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Steffen

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