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Gesunde Blutgefäße, ein Garant für eine lange Gesundheit!

Veröffentlicht von Steffen am 8. Februar 2018
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Gesunde Blutgefäße – ein Garant für ein langes und gesundes Leben

(Dieser Beitrag wurde zuletzt am 04.03.2026 fachlich geprüft und sprachlich überarbeitet.)

Ein neuer Artikel von Dr. med. Michael Greger auf seiner Seite NutritionFacts.org sowie der Verweis auf bereits früher veröffentlichte Studien bilden die Grundlage meines heutigen dritten Beitrags zum Thema Blutgefäße und ihre Rolle bei der Entstehung chronischer Erkrankungen.

Damit möchte ich den Kreis schließen, der mit der Frage nach den Ursachen und möglichen Behandlungsansätzen des Symptoms Bluthochdruck begonnen hat. Dazu müssen wir allerdings noch einmal ein wenig weiter ausholen.

Ein Blick in die Medizingeschichte

Bereits im Jahr 1772 veröffentlichte der britische Arzt William Heberden ein Essay mit dem Titel „Angina Pectoris“ (Brustenge).

Darin beschrieb er sehr anschaulich die Symptome seiner Patienten, die nach heutigen Erkenntnissen an verengten Herzkranzgefäßen litten.

Eine seiner Beobachtungen ist besonders bemerkenswert. Er schrieb:

„Those who are afflicted with it are seized while they are walking (more especially if it be uphill, and soon after eating) with a painful and most disagreeable sensation in the breast…“

Sinngemäß bedeutet das:

Patienten verspüren Schmerzen in der Brust, wenn sie gehen – insbesondere beim Bergaufgehen – und kurz nach dem Essen.

Dass körperliche Belastung solche Beschwerden auslösen kann, ist aus heutiger Sicht leicht zu erklären.

Warum Belastung Schmerzen auslösen kann

Bei körperlicher Aktivität benötigen unsere Muskeln mehr Sauerstoff und Energie. Der Körper reagiert darauf mit:

  • einer Erhöhung des Pulses

  • einer kräftigeren Herzarbeit

  • einem Anstieg des Blutdrucks

Das Herz selbst benötigt dabei ebenfalls mehr Sauerstoff.

Wenn jedoch die Herzkranzgefäße verengt sind, kann der Herzmuskel nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Es kommt zu einer Unterversorgung, die Schmerzen verursachen kann – die sogenannte Angina Pectoris.

Interessant ist dabei:

Erste Symptome treten oft erst auf, wenn ein Gefäß bereits über 90 % seines Durchmessers verengt ist. In etwa 25 % der Herzinfarkte treten sogar vorher keinerlei Warnsymptome auf.

Das lange ungelöste Rätsel: Schmerzen nach dem Essen

Warum Angina-pectoris-Anfälle auch nach dem Essen auftreten können, blieb lange Zeit unklar.

Eine Zeitlang vermuteten Wissenschaftler, dass sich nach einer Mahlzeit mehr Blut im Verdauungssystem sammelt und dadurch das Herz schlechter versorgt wird.

Diese Theorie konnte jedoch nicht erklären, warum:

  • nicht jede Mahlzeit Beschwerden auslöst

  • die Symptome oft erst Stunden später auftreten

Eine entscheidende Studie aus dem Jahr 1955

Bereits 1955 veröffentlichten Forscher eine Studie mit dem Titel:

„Angina Pectoris induced by fat ingestion in patients with coronary artery disease“

Darin konnten sie Angina-pectoris-Anfälle gezielt auslösen, indem sie Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit fettreiche Mahlzeiten verabreichten.

Das Ergebnis war bemerkenswert:

Die Anfälle traten etwa 4,5 bis 5 Stunden nach der Mahlzeit auf – genau zu dem Zeitpunkt, an dem der Fettgehalt im Blut am höchsten war.

Die Forscher beschrieben dabei ein Phänomen, das sie „lactescence“ nannten – eine Art Milchigkeit des Blutes, die durch die erhöhte Fettkonzentration entsteht.

In der Kontrollgruppe, die keine fettreiche Mahlzeit erhielt, trat dieses Phänomen nicht auf – und auch keine Angina-pectoris-Anfälle.

Die entscheidende Rolle des Endothels

Um zu verstehen, warum fettreiche Mahlzeiten solche Effekte haben können, müssen wir einen Blick auf das Endothel werfen.

Das Endothel ist die innere Zellschicht unserer Blutgefäße.

Dr. Michael Greger beschreibt seine Bedeutung so:

„Unsere Arterien sind keine starren Rohre. Sie sind lebendige Organe, die sich aktiv erweitern oder verengen können. Diese Prozesse werden durch die innere Zellschicht – das Endothel – gesteuert.“

Das Endothel ist damit eines der wichtigsten Organsysteme unseres Körpers. Es reguliert unter anderem:

  • Gefäßweite

  • Blutfluss

  • Entzündungsprozesse

  • Blutgerinnung

  • hormonelle Signale

Endotheldysfunktion – eine zentrale Ursache vieler Krankheiten

Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit mit dem Titel
„The Vascular Endothelium and Human Diseases“ fasst den Zusammenhang sehr deutlich zusammen.

Demnach spielt eine Schädigung des Endothels eine zentrale Rolle bei zahlreichen Erkrankungen, darunter:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Schlaganfall

  • Diabetes

  • Insulinresistenz

  • chronisches Nierenversagen

  • Tumorwachstum

  • Thrombosen

  • verschiedene Infektionskrankheiten

Mit anderen Worten:

Eine gestörte Endothelfunktion ist ein gemeinsamer Nenner vieler chronischer Erkrankungen.

Was fettreiche Mahlzeiten im Körper bewirken

Untersuchungen zeigen, dass bereits Stunden nach einer fettreichen Mahlzeit die Funktion der Blutgefäße messbar beeinträchtigt sein kann.

Die Gefäße verlieren dabei vorübergehend ihre Fähigkeit,

  • sich zu erweitern

  • sich zu entspannen

  • flexibel auf Belastung zu reagieren

Diese Einschränkung der Gefäßfunktion kann erklären, warum bei Menschen mit bereits bestehenden Gefäßverengungen Angina-pectoris-Anfälle nach dem Essen auftreten können.

Interessant ist dabei:

Der Effekt hängt weniger davon ab, ob das Fett tierischer oder pflanzlicher Herkunft ist, sondern vor allem von:

  • der Menge des Fetts

  • der Zusammensetzung der Fettsäuren

  • der Gesamtzusammensetzung der Mahlzeit

Ballaststoffreiche Mahlzeiten können die Gefäßfunktion verbessern

Eine weitere Studie mit dem Titel:

„A High-Carbohydrate, High-Fiber Meal Improves Endothelial Function in Adults With the Metabolic Syndrome“

zeigt hingegen das Gegenteil.

Eine kohlenhydratreiche und ballaststoffreiche Mahlzeit verbesserte messbar die Funktion der Blutgefäße.

Dabei wurde ein wichtiger Messwert untersucht:
die sogenannte Flow-mediated dilation (FMD) – ein Maß für die Fähigkeit der Gefäße, sich zu erweitern.

Die Ergebnisse waren deutlich:

  • Low-Carb-Mahlzeit → FMD unter 6 %

  • Ballaststoffreiche Mahlzeit → FMD nahezu 12 %

Diese Unterschiede können klinisch sehr relevant sein, da eine schlechte FMD-Reaktion mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen verbunden ist.

Fazit

Gesunde Blutgefäße – und insbesondere ein gesundes Endothel – sind eine zentrale Voraussetzung für langfristige Gesundheit.

Eine langfristige Schädigung der Gefäße gehört zu den wichtigsten Ursachen vieler chronischer Erkrankungen in den westlichen Industrieländern.

Viele Medikamente können das Fortschreiten solcher Schäden verlangsamen – eine echte Regeneration der Gefäßfunktion wird jedoch vor allem durch Lebensstilfaktoren beeinflusst.

Zahlreiche Studien zeigen, dass eine vollwertige, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung mit hohem Ballaststoffanteil die Gefäßfunktion positiv beeinflussen kann.

Weiterführende Beiträge

Wenn Sie sich näher mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung, Entzündungsprozessen und chronischen Erkrankungen beschäftigen möchten, lesen Sie auch:

  • Meta-Entzündungen im Körper – Ursache vieler chronischer Erkrankungen

  • Wie Ballaststoffe und Phytosterole Cholesterin senken

  • Wie Entzündungen im Darm entstehen können

Diese Themen hängen eng miteinander zusammen und zeigen, welchen Einfluss unsere Ernährung auf unsere langfristige Gesundheit haben kann.

Haben Sie Fragen?

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder sich für eine ganzheitliche Beratung interessieren, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben oder einen Termin in meiner Praxis vereinbaren.

Dieser Beitrag wurde zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert am 4. März 2026

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Steffen

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