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Meta-Entzündungen im Körper – Ursache für chronische Erkrankungen

Veröffentlicht von Steffen am 10. Februar 2020
Kategorien
  • chronische Erkrankungen
  • Ernährung
  • Immunsystem
  • Prävention
Tags

    Meta-Entzündungen im Körper – Ursache vieler chronischer Erkrankungen

    Dieser Beitrag entstand beim Lesen des Buches „How Not To Diet“ von Dr. med. Michael Greger. Der Autor verweist auf zahlreiche wissenschaftliche Studien. Die genannten Zusammenhänge basieren auf der aktuellen Studienlage; Quellen können bei Bedarf genannt werden.

    (Dieser Beitrag wurde zuletzt am 26.02.2026 fachlich und inhaltlich überarbeitet)

    Was ist eine Entzündung – und warum gibt es sie überhaupt?

    Was wissen Sie darüber, wie Entzündungen entstehen und welche Funktion sie erfüllen?

    Ein einfaches Beispiel:
Sie verletzen sich bei der Gartenarbeit an einem Rosendorn. Die Haut reagiert mit Rötung, Schwellung, Wärme und Schmerz – das ist eine akute Entzündung. Sie ist Teil der natürlichen Abwehrreaktion des Körpers und dient dazu, Gewebe zu schützen und Heilungsprozesse einzuleiten.

    Über lange Zeit wurde Entzündung vor allem als sinnvolle, notwendige Reaktion verstanden. Tatsächlich ist sie das auch – solange sie kurzfristig und lokal begrenzt bleibt.

    Akute Entzündung vs. chronische Entzündung

    Die Reaktion auf den Rosendorn ist ein Beispiel für eine akute Entzündung: ein zeitlich begrenztes Ereignis, das gezielt auf eine Verletzung reagiert und nach erfolgreicher Reparatur wieder abklingt.

    Seit einigen Jahren wissen wir jedoch, dass Entzündungen auch eine zentrale Rolle bei vielen chronischen Erkrankungen spielen. Anders als die akute Entzündung trägt diese Form nicht zur Heilung bei, sondern kann langfristig krankhafte Prozesse begünstigen.

    Wie kann dieselbe körperliche Reaktion so unterschiedliche Folgen haben?

    Der Unterschied liegt in der Art der Entzündung.

    Was ist eine Meta-Entzündung (stille Entzündung)?

    Bei chronischen Erkrankungen beobachten wir häufig eine sogenannte metabolische oder „Meta-Entzündung“. Dabei handelt es sich um eine niedriggradige, systemische und dauerhaft aktive Entzündungsreaktion.

    Diese verläuft meist unbemerkt:


    Betroffene fühlen sich oft gesund und zeigen keine klassischen Entzündungszeichen wie Schmerzen oder Fieber. Dennoch laufen im Hintergrund Prozesse ab, die langfristig Organe und Stoffwechsel beeinflussen können.

    Wie lässt sich eine stille Entzündung erkennen?

    Ein einfacher Hinweis kann ein Bluttest sein, insbesondere die Bestimmung des C-reaktiven Proteins (CRP). Die Werte werden von den Laboren in unterschiedlichen Einheiten ausgegeben entweder in mg/l oder mg/dl.

    EinordnungCRP (mg/l)CRP (mg/dl)Typische Einordnung (Hausarzt)
    Normal / unauffällig< 5< 0,5Kein klarer Hinweis auf akute systemische Entzündung
    Leicht erhöht5–100,5–1,0Milder Infekt/Entzündungsreiz möglich
    Moderat erhöht10–501,0–5,0Deutlicher Prozess möglich (Infekt/Entzündung)
    Deutlich erhöht> 50> 5,0Stärkerer Prozess wahrscheinlich
    • Werte unter 1 mg/l gelten in der Regel als niedrig.
    • Erhöhte Werte können auf entzündliche Prozesse hinweisen.

    Für die Bewertung chronischer, stiller Entzündungen sind bereits Werte zwischen 1–3 mg/l klinisch relevant.

    Mit hochsensitiven Tests (hs-CRP) lassen sich auch geringfügige Erhöhungen erkennen (< 1 mg/l), die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

    Viele Menschen mit leicht erhöhten Werten (< 5 mg/l) fühlen sich vollkommen gesund, obwohl bereits unterschwellige chronische Entzündungsprozesse bestehen können.

    Der Unterschied in der Betrachtungsweise liegt hier klar in der Einordnung zwischen akuter systemischer Entzündung (z.B. Infektion, Verletzung) und chronischer systemischer Entzündung.

    Warum entsteht eine chronische Entzündung?

    Meta-Entzündungen werden mit verschiedenen Faktoren in Verbindung gebracht, darunter:

    • Umweltbelastungen (z. B. Luftverschmutzung)
    • Schadstoffe und chemische Exposition
    • Rauchen
    • chronischer Stress
    • Bewegungsmangel
    • Schlafmangel


    Ein besonders wichtiger Einflussfaktor ist jedoch ein Bereich unseres Lebens, den wir täglich mehrfach aktiv gestalten:

    • unsere Ernährung

    Ernährung und Entzündung – was sagt die Forschung?

    Wissenschaftler untersuchen seit Jahren, wie verschiedene Ernährungsweisen Entzündungsmarker beeinflussen. Dabei werden unter anderem CRP und andere Marker gemessen, um die Wirkung von Lebensmitteln oder Ernährungsmustern zu beurteilen.

    Aus vielen Untersuchungen entstand der sogenannte diätetische Entzündungsindex. Er bewertet, wie stark eine Ernährungsweise mit entzündungsfördernden oder entzündungshemmenden Effekten in Verbindung steht.

    Allgemein lässt sich beobachten:

    • Stark verarbeitete Lebensmittel und bestimmte Fettzusammensetzungen werden häufiger mit entzündungsfördernden Effekten assoziiert.
    • Ballaststoffreiche, pflanzenbetonte Ernährungsweisen zeigen eher entzündungsmodulierende Eigenschaften.


    Die typische westliche Ernährungsweise wird daher in Studien häufig mit erhöhten Entzündungsmarkern in Verbindung gebracht.

    Welche Folgen kann eine chronische Entzündung haben?

    Ein erhöhter diätetischer Entzündungsindex wurde in Studien mit verschiedenen gesundheitlichen Risiken assoziiert, darunter:

    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Stoffwechselstörungen
    • eingeschränkte Organfunktionen
    • beschleunigte Zellalterung
    • verminderte kognitive Leistungsfähigkeit
    • erhöhte Gebrechlichkeit im Alter
    • psychische Belastungen wie Depression oder Angst

    Auch Zusammenhänge mit verschiedenen Krebsarten wurden in großen Beobachtungsstudien beschrieben.

    Eine stark entzündungsfördernde Ernährungsweise wurde dabei mit einem deutlich erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen und ungünstige Gesundheitsverläufe in Verbindung gebracht.

    Warum viele Menschen die stille Entzündung nicht bemerken

    Das Tückische an chronischen Entzündungen ist ihre Unsichtbarkeit.
Es gibt oft keine klaren Symptome – zumindest nicht zu Beginn.
    Erst wenn sich Erkrankungen entwickeln oder Beschwerden auftreten, wird die zugrunde liegende Problematik sichtbar.

    Was bedeutet das für den Alltag?

    Wenn man versteht, welche Rolle Lebensstil und Ernährung für Entzündungsprozesse spielen, wird deutlich, wie wichtig präventive Maßnahmen sein können.

    Eine bewusst gestaltete Ernährung, ausreichend Bewegung, Stressregulation und guter Schlaf können dazu beitragen, entzündliche Prozesse positiv zu beeinflussen.

    Welche konkreten Zusammenhänge und praktischen Schritte sich daraus ergeben, beleuchte ich in weiteren Beiträgen.

    Weiterführende Beiträge:

    • Zusammenhang von Fettleibigkeit und Meta-Entzündungen

    • Insulin und chronische Entzündung

    • Ernährung und Krebsrisiko

    • Darmflora und systemische Entzündung

    Wenn Sie wissen möchten, ob bei Ihnen Hinweise auf eine chronische Entzündung vorliegen oder welche Ernährungsstrategien individuell sinnvoll sind, vereinbaren Sie gern einen Beratungstermin.

    Dieser Beitrag wurde zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert am 4. März 2026

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    Steffen

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