_weisses-Logo-Homepage-2_weisses-Logo-Homepage-2_weisses-Logo-Homepage-2_weisses-Logo-Homepage-2
  • Home
  • Über mich
  • Kontakt
  • Gesunde Ernährung
  • Ernährung-Gesundheit-Blog
  • Heilpraktiker Mering
  • Heilpraktiker Landsberg am Lech
  • Heilpraktiker Kaufering
✕

Wieviel verbessert eine Chemotherapie die Überlebenschance einer Krebsdiagnose?

Veröffentlicht von Steffen am 19. August 2025
Kategorien
  • Gesundheit
Tags
  • Chemotherapie
  • Krebs

Dieser Beitrag wurde zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert am 23. Februar 2026

Wie viel verbessert die Chemotherapie das Überleben?

(Dieser Beitrag wurde zuletzt am 23.02.2026 fachlich geprüft und inhaltlich überarbeitet.)

Wenn Menschen die Diagnose Krebs erhalten, entsteht oft eine Mischung aus Angst, Hoffnung und dem Wunsch, „alles zu tun“, was möglich ist.

Chemotherapie wird dabei häufig als entscheidender Schritt dargestellt – nicht selten mit dem Versprechen, das Leben deutlich zu verlängern.

Doch viele Patientinnen und Patienten stellen sich im Nachhinein die Frage:
Was genau bedeutet „Überlebensvorteil“ eigentlich?
Und wie groß ist dieser Vorteil tatsächlich?

Ein nüchterner Blick auf die Daten kann helfen, Erwartungen und Realität besser miteinander abzugleichen.

Dieser Beitrag wurde inspiriert durch einen Artikel von Dr. Michael Greger auf nutritionfacts.org vom 27. Juli 2022. Die dort dargestellten Daten werden im Folgenden eingeordnet und kritisch betrachtet.

Der durchschnittliche Überlebensgewinn

Wenn man alle neuen Chemotherapeutika zusammenfasst, die innerhalb von mehr als einem Jahrzehnt zugelassen wurden, beträgt der durchschnittliche Gesamtüberlebensvorteil lediglich 2,1 Monate.

Neue Krebsmedikamente werden häufig als „bahnbrechend“ dargestellt – als Therapien, mit denen Krebs nun endlich nachhaltig behandelt oder gar geheilt werden könne. Die Realität ist jedoch oft deutlich nüchterner.

In einem Leitartikel im Journal of the National Cancer Institute wurde darauf hingewiesen, dass viele neue Krebsmedikamente klinisch keine wirklich aussagekräftigen Vorteile bieten.

Bleiben unwirksame Medikamente dennoch auf dem Markt?

Selbst wenn Post-Marketing-Studien zeigen, dass neue Medikamente gegenüber älteren Therapien keinen klinisch relevanten Zusatznutzen haben – sondern lediglich gegenüber einem Placebo einen Vorteil zeigen – behalten viele dieser Medikamente ihre Zulassung und verbleiben zu hohen Preisen auf dem Markt.

Ein Beispiel:
Das teuerste untersuchte Medikament kostete in den USA 169.836 Dollar pro Jahr – ohne das Gesamtüberleben zu verbessern. Die Lebensqualität verschlechterte sich sogar.

Was bedeutet „signifikant verlängertes Überleben“ wirklich?

In vielen Studien werden statistisch signifikante Unterschiede gemessen – doch klinisch können diese Unterschiede minimal sein.

Ein bekanntes Beispiel:
Die Kombination von Erlotinib mit Gemcitabin bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs verlängerte das mediane Überleben von 5,91 Monaten auf 6,24 Monate.

Das entspricht etwa zehn Tagen.

Zehn Tage – bei zusätzlichen Nebenwirkungen und erheblichen Kosten.

Hier stellt sich die Frage:
Sollte man dies als Durchbruch feiern? Oder sollten Patientinnen und Patienten transparent erfahren, was „Überlebensvorteil“ konkret bedeutet?

Erwartung und Realität

Der durchschnittliche Überlebensvorteil von 2,1 Monaten mag für manche Menschen bedeutsam sein. Zwei Monate sind zwei Monate – das soll nicht relativiert werden.

Doch Umfragen zeigen, dass viele Patientinnen und Patienten deutlich mehr erwarten.

Etwa drei Viertel der Befragten mit metastasiertem Lungen- oder Darmkrebs gaben an, nicht verstanden zu haben, dass ihre Chemotherapie wahrscheinlich nicht heilend wirkt.

Chemotherapie ist bei metastasierten Erkrankungen häufig die Standardbehandlung. Sie kann das Leben verlängern – heilt jedoch in diesen Stadien in der Regel nicht. Der dokumentierte Überlebensvorteil liegt meist im Bereich von Wochen bis wenigen Monaten.

Informierte Entscheidung oder falsche Hoffnung?

Wenn Patientinnen und Patienten das Wort „Überleben“ im Zusammenhang mit einer Krebsdiagnose hören, denken sie selten an „anderthalb Wochen“.

Eine realistische Aufklärung ist entscheidend, damit Betroffene Risiken und Nutzen selbstbestimmt abwägen können.

Jeder Mensch bewertet Zeit, Lebensqualität und Nebenwirkungen unterschiedlich. Manche würden selbst für eine zusätzliche Woche Therapie in Kauf nehmen. Andere lehnen eine Chemotherapie selbst bei möglichem mehrjährigem Überleben ab, wenn die Lebensqualität erheblich leidet.

Diese Entscheidung kann nur individuell getroffen werden.

Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Die meisten Chemotherapeutika sind zytotoxisch – sie töten Krebszellen, schädigen jedoch auch gesunde Zellen.

Mögliche Folgen:

  • Nervenschäden

  • Herzinsuffizienz

  • Schleimhautschäden

  • Immunsuppression

  • langfristige Spätfolgen

Auch mögliche Langzeitfolgen, die sich erst Jahre später zeigen, werden in Studien häufig nicht umfassend erfasst.

Sprachliche Verharmlosung von Risiken

In wissenschaftlichen Publikationen finden sich Formulierungen wie:

  • „akzeptables Nebenwirkungsprofil“

  • „überschaubare Toxizität“

  • „machbare Therapie“

  • „günstiges Sicherheitsprofil“

Doch akzeptabel für wen?
Machbar für wen?
Günstig im Vergleich wozu?

Nur Patientinnen und Patienten selbst können entscheiden, welche Nebenwirkungen für sie tragbar sind.

Eine Therapie, die behandlungsbedingte Todesfälle verursacht, kann schwerlich pauschal als „sicher“ bezeichnet werden.

Gibt es Ausnahmen?

Ja.

Bei bestimmten Krebsarten – etwa Hodenkrebs oder Morbus Hodgkin – hat die Chemotherapie die Prognose erheblich verbessert. Hier bestehen reale Heilungschancen.

Bei den häufigsten Krebsarten (Darm, Lunge, Brust, Prostata) liegt der Beitrag der klassischen Chemotherapie zur 5-Jahres-Überlebensrate jedoch laut älteren Analysen eher im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Fazit

Chemotherapie kann Leben verlängern.
Manchmal erheblich.
Manchmal nur minimal.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

„Wirkt die Therapie?“

Sondern auch:

„Wie stark wirkt sie – und zu welchem Preis?“

Transparenz ist Voraussetzung für Selbstbestimmung.

Wenn Sie sich mit den Möglichkeiten einer begleitenden naturheilkundlichen Unterstützung während oder nach einer Krebstherapie beschäftigen möchten, finden Sie weiterführende Informationen auf meiner Seite zur Darmgesundheit, zur Stärkung des Immunsystems sowie im Bereich ganzheitliche Therapieansätze.

 

Quellen:

  • Ocana A, Tannock IF. When are “positive” clinical trials in oncology truly positive? J Natl Cancer Inst. 2011;103(1):16-20.
  • Cleeland CS, Allen JD, Roberts SA, et al. Reducing the toxicity of cancer therapy: recognizing needs, taking action. Nat Rev Clin Oncol. 2012;9(8):471-8.
  • Fojo T, Mailankody S, Lo A. Unintended consequences of expensive cancer therapeutics—the pursuit of marginal indications and a me-too mentality that stifles innovation and creativity: the John Conley Lecture. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg. 2014;140(12):1225-36.
  • Garg PK, Jain BK. New cancer drugs at the cost of bankruptcy: will the oncologist tell the patients the benefit in terms of days/weeks added to life? Oncologist. 2014;19(12):1291.
  • Silvestri G, Pritchard R, Welch HG. Preferences for chemotherapy in patients with advanced non-small cell lung cancer: descriptive study based on scripted interviews. BMJ. 1998;317(7161):771-5.
  • Abola MV, Prasad V. The use of superlatives in cancer research. JAMA Oncol. 2016;2(1):139-41.
  • DiMagno SSP, Emanuel EJ. Pricing a year of progression-free survival: when is the cost of cancer drugs unreasonable? JAMA Dermatol. 2019;155(1):15-6.
  • Rupp T, Zuckerman D. Quality of life, overall survival, and costs of cancer drugs approved based on surrogate endpoints. JAMA Intern Med. 2017;177(2):276-7.
  • Schilsky RL, Schnipper LE. Hans Christian Andersen and the value of new cancer treatments. J Natl Cancer Inst. 2018;110(5):441-2.
  • Hutchinson L. Palliative care. Chemotherapy and hope of cancer cure: dying expectations. Nat Rev Clin Oncol. 2012;9(12):668.
  • Pawlik TM, Devon KM, Fields CA, Hinshaw DB. What are patients’ expectations about the effects of chemotherapy for advanced cancer? J Am Coll Surg. 2014;219(3):588-90.
    Weeks JC, Catalano PJ, Cronin A, et al. Patients’ expectations about effects of chemotherapy for advanced cancer. N Engl J Med. 2012;367(17):1616-25.
  • Gyawali B, Shimokata T, Honda K, Ando Y. Reporting harms more transparently in trials of cancer drugs. BMJ. 2018;363:k4383.
  • Slevin ML, Stubbs L, Plant HJ, et al. Attitudes to chemotherapy: comparing views of patients with cancer with those of doctors, nurses, and general public. BMJ. 1990;300(6737):1458-60.
    Morgan G, Ward R, Barton M. The contribution of cytotoxic chemotherapy to 5-year survival in adult malignancies. Clin Oncol (R Coll Radiol). 2004;16(8):549-60.
  • Moore MJ, Goldstein D, Hamm J, et al. Erlotinib plus gemcitabine compared with gemcitabine alone in patients with advanced pancreatic cancer: a phase III trial of the National Cancer Institute of Canada Clinical Trials Group. J Clin Oncol. 2007;25(15):1960-6.
  • Savage P, Stebbing J, Bower M, Crook T. Why does cytotoxic chemotherapy cure only some cancers? Nat Clin Pract Oncol. 2009;6(1):43-52.
Share
Steffen

Ähnliche Beiträge

14. Januar 2026

Die verborgenen Kosten der bariatrischen Chirurgie (Magenverkleinerung)


Mehr erfahren
24. September 2025

Die Nebenwirkungen der Hormone in der Milch


Mehr erfahren
19. August 2025

Wie effektiv ist die Chemotherapie?


Mehr erfahren
Impressum Datenschutzerklärung
©Copyright - Heilpraktiker Steffen Jurisch - All Rights reserved
      Ich speichere keine Cookies von Besuchern meiner Seite bewußt - da ich keine Daten von Ihnen brauche. Trotzdem kann es sein, dass Ihr Computer Cookies speicher, was ich nicht beeinflussen kann. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der eventuellen, nicht gewollten und nicht von mir bewußt herbeigeführten Verwendung von Cookies zu. Bitte bestätigen Sie dies durch drücken des "OK-Button" Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in meiner Datenschutzerklärung.