Die Nebenwirkungen der Hormone in der Milch
Die Nebenwirkungen der Hormone in Milch
(Dieser Beitrag wurde am 20. Februar 2026 fachlich überarbeitet und aktualisiert.)
Rolle der Ballaststoffe bei der Östrogenregulation
Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Frauen, die Fleisch essen, einen höheren Östrogenspiegel im Blut haben. Im Vergleich zu Nichtvegetarierinnen wurde bei vegetarischen Frauen ein um 45 Prozent niedrigerer Spiegel des stärksten menschlichen Östrogens festgestellt. Dies könnte die geringere Häufigkeit von Brustkrebs bei Frauen erklären, die sich überwiegend pflanzlich ernähren. Selbst Semi-Vegetarierinnen, die weniger Fleisch essen als omnivore Frauen, können einen deutlich niedrigeren Östrogenspiegel aufweisen.
Warum? Vielleicht weil vegetarische Frauen zwei- bis dreimal mehr Östrogene über den Stuhl ausscheiden als ihre fleischessenden Geschlechtsgenossinnen. Und warum ist das so? Weil die durchschnittliche Stuhlmenge bei Vegetariern doppelt so hoch sein kann.
Schauen Sie sich diese schweren V’s im Vergleich zu den federleichten O’s an.
Man geht davon aus, dass Vegetarier eine größere Menge an Ballaststoffen zu sich nehmen, die näher an der für unsere Spezies natürlichen Menge liegt, und dass diejenigen, die sich stärker pflanzlich ernähren, eine erhöhte Stuhlmenge haben, was dazu beiträgt, überschüssiges Östrogen aus dem Körper zu entfernen.
Hormonelle Belastung durch Milchprodukte
Es könnte auch mit den Hormonen zusammenhängen, die in tierischen Produkten enthalten sind. Beispielsweise würde die höhere durchschnittliche Östrogenkonzentration im Blut, die mit einem hohen Konsum von Milchprodukten einhergeht, damit übereinstimmen, dass Milch eine wichtige Östrogenquelle in der menschlichen Ernährung ist. Der Grund für unsere Besorgnis ist, dass der vermehrte Verzehr tierischer Lebensmittel negative Auswirkungen auf die Entwicklung hormonabhängiger Krebsarten haben könnte.
Unter den ernährungsbedingten Risikofaktoren waren diese Forscher besonders über Milch und Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt, aber auch Milchpulver, das anderen Fertignahrungsmitteln zugesetzt wird) besorgt, da die Milch, die wir heute trinken, von trächtigen Kühen mit deutlich erhöhten Östrogen- und Progesteronwerten produziert wird. Durch Zuchtmethoden können Milchkühe fast während ihrer gesamten Trächtigkeit Milch produzieren, weshalb kommerzielle Kuhmilch heutzutage erhöhte Mengen an Östrogenen und Progesteron enthält.
Das könnte ein möglicher Erklärungsansatz sein, warum Milchkonsumenten häufiger Zwillinge bekommen als Menschen, die keine Milchprodukte konsumieren — so groß kann der Einfluss von Milchprodukten auf hormonelle Prozesse sein.
Aber wir wissen nicht wirklich, wie stark die Hormone in Milchprodukten unsere eigenen Hormone beeinflussen, bis wir es untersuchen. Forscher analysierten daher, was passiert, wenn Männer und vorpubertäre Kinder, die normalerweise einen niedrigen Östrogenspiegel haben, innerhalb von etwa zehn Minuten ungefähr einen Liter (950 ml) Kuhmilch trinken.
Auswirkungen auf das hormonelle Gleichgewicht
Bei den Männern zeigte sich Folgendes: Innerhalb einer Stunde nach dem Trinken der Milch stieg ihr Östrogenspiegel an, während Progesteron und Testosteron innerhalb von 60 Minuten deutlich abnahmen.
Es ist schon komisch, dass es Männer gibt, die wegen der Phytoöstrogene keine Sojamilch trinken wollen – obwohl Soja-Phytoöstrogene normalerweise keine feminisierenden Auswirkungen auf Männer haben –, aber dennoch bereitwillig Kuhmilch trinken, die tatsächlich Östrogene enthält!
Bei Kindern beobachteten die Forscher dasselbe: Der Östrogenspiegel in ihrem Körper stieg innerhalb einer Stunde nach dem Trinken von Milch um mehr als das Dreifache an: Östron, das starke Östrogen Östradiol, das Schwangerschaftsöstrogen Östriol und ein Progesteron-Metabolit. Und die Hälfte der Kinder konnte nicht einmal den ganzen Liter (950 ml) Milch austrinken.
Idealerweise würden wir hierzu kontrollierte klinische Studien sehen, doch ein Problem besteht darin, dass es keine echte Kontrollgruppe gibt: Milchprodukte ohne hormonelle Bestandteile existieren nicht. Selbst Bio-Milch von Kühen, denen keine zusätzlichen Hormone verabreicht werden, enthält natürliche Wachstumshormone — denn biologisch gesehen dient Milch dazu, ein Kalb wachsen zu lassen.
Mögliche gesundheitliche Konsequenzen
Das Problem beim Konsum tierischer Hormone durch Menschen besteht darin, dass keine natürliche Rückkopplungsschleife greift. Bei unseren eigenen Hormonen reguliert das Gehirn beispielsweise einen zu hohen Östrogenspiegel. Dieses Schutzsystem wird jedoch umgangen, wenn der Körper mit hormonellen Vorstufen aus Milchprodukten konfrontiert wird.
Das menschliche endokrine System — also unser Hormonsystem — hat sich nicht unter dem Einfluss regelmäßig aufgenommener externer Hormone und Wachstumsfaktoren entwickelt, weshalb wir möglicherweise nicht optimal darauf vorbereitet sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Hinweise darauf gibt, dass der Verzehr hormonhaltiger Milchprodukte eine Rolle bei hormonabhängigen Prozessen spielen könnte, die mit Akne, Prostataerkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen in Verbindung stehen. Dies stellt eine mögliche Hypothese dar, die helfen kann, Zusammenhänge zwischen Ernährung und bestimmten Erkrankungen besser zu verstehen.
Quelle: nutritionfacts.org/September 22, 2025 by Michael Greger M.D. FACLM
Wenn Sie mehr über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, hormoneller Regulation und chronischen Erkrankungen erfahren möchten, finden Sie weiterführende Informationen in meinen Beiträgen zur gesunden Ernährung, zu Entzündungsprozessen im Körper sowie zu ganzheitlichen Therapieansätzen in meiner Praxis.

