Irreführung durch Informationen
Dieser Beitrag wurde zuletzt fachlich geprüft und aktualisiert am 18. März 2026
Irreführung durch Informationen
(Dieser Beitrag wurde am 18.03.2026 erstellt.)
Was Sie in diesem Beitrag erfahren
In diesem Beitrag erfahren Sie,
warum „vegan“ nicht automatisch gleichbedeutend mit „gesund“ ist
worin der entscheidende Unterschied zwischen veganer Ernährung und einer vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung liegt
wie die Lebensmittelindustrie durch Nährwertangaben leicht in die Irre führen kann
warum der Fettanteil in Lebensmitteln oft unterschätzt wird
und wie Sie mit einfachem Wissen bessere Entscheidungen beim Einkauf treffen können
Vegan ist nicht gleich gesund
In den Mainstream-Medien und sozialen Netzwerken erscheinen immer mehr Beiträge, die zu einer veganen Lebensweise raten.
Die Gründe dafür sind vielfältig:
Tierschutz
Ablehnung der Massentierhaltung
gesundheitliche Vorteile
Wer meine Blogbeiträge aufmerksam gelesen hat, weiß, dass auch ich diese Entwicklung grundsätzlich begrüße. Die wissenschaftliche Studienlage spricht in ihrer Gesamtheit klar dafür.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung:
Nicht die vegane Ernährung per se bringt gesundheitliche Vorteile –
sondern nur eine vollwertige, rein pflanzenbasierte, fettarme Ernährung (WFPB).
Der entscheidende Unterschied liegt im Detail
Sie fragen sich vielleicht:
„Vegan ist doch pflanzenbasiert – wo ist also der Unterschied?“
Der Unterschied liegt in zwei entscheidenden Punkten:
1. Vollwertigkeit der Lebensmittel
„Vollwertig“ bedeutet:
Vollkorn statt Weißmehl
unverarbeitete Lebensmittel statt Industrieprodukte
keine isolierten Bestandteile wie:
Öle
Zucker
Eiweißisolat (z. B. Erbsenprotein, Weizenprotein, Sojaprotein)
Typische Beispiele für problematische „vegane“ Produkte:
Kartoffelchips
Limonaden
Alkohol
stark verarbeitete Fleischersatzprodukte
(ja, auch die geliebte Brez’n 😉)
2. Verhältnis der Makronährstoffe
Eine rein vegane Ernährung legt nur fest:
Alles ist pflanzlich.
Aber sie sagt nichts über das Verhältnis von:
Kohlenhydraten
Fett
Eiweiß
Ballaststoffen
Eine vollwertige pflanzenbasierte Ernährung orientiert sich hingegen an wissenschaftlichen Erkenntnissen:
70–80 % Kohlenhydrate
ca. 10 % Fett (max. 20 %)
ca. 10 % Eiweiß
Warum Fett oft unterschätzt wird
In diesem Beitrag möchte ich mich auf einen zentralen Punkt konzentrieren:
👉 Die Irreführung durch Fettangaben auf Lebensmitteln
Zunächst ein wichtiger Grundsatz:
Studien zeigen, dass ein Fettanteil von etwa 10 % der täglichen Kalorien vollkommen ausreicht.
Mehr Fett bedeutet in der Regel:
höheres LDL-Cholesterin
höheres Gesamtcholesterin
- höheres Risiko für Übergewicht/Fettleibigkeit
erhöhtes Risiko für:
Bluthochdruck
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Diabetes Typ 2
Die Falle im Supermarkt
Stellen Sie sich vor:
Sie gehen motiviert einkaufen, greifen zu veganen Alternativen und denken:
„Das ist doch gesund.“
Doch dann kommt die Falle.
Die Täuschung durch Nährwertangaben
Ein Beispiel, nehmen wir den auf dem Bild gezeigten veganen Schnitzel-Ersatz, als Vertreter für jedes industriell stark verarbeitete Produkt.

……………………
Eine veganes Schnitzel enthält:
11 g Fett pro 100 g
Viele denken:
„Also 11 % Fett.“
Was mathematisch wenn wir bei Gramm bleiben vollkommen korrekt ist.
Aber für unsere Rechnung ist das falsch.
Warum?
Weil sich diese Angabe auf das Gewicht bezieht – nicht auf die Kalorien und diese sind für uns wichtig, nicht die Grammangabe!
Die richtige Rechnung
100 g Schnitzel enthalten:
209 kcal
Fett liefert:
9 kcal pro Gramm
Also:
11 g Fett = 99 kcal aus Fett
Jetzt die entscheidende Rechnung:
👉 Das bedeutet:
47 % der Kalorien stammen aus Fett.
Was das praktisch bedeutet
Der tägliche Bedarf liegt bei ca. 2.000 kcal.
Mit nur 100 g dieses Schnitzels haben Sie bereits:
👉 ca. 50 % Ihres idealen Fett-Tageslimits erreicht
Essen Sie zwei Würste:
👉 haben sie bereits das ideale Tageslimit erreicht
Und das ist nur eine Mahlzeit.
Wichtiger Hinweis:
An dieser Stelle ist mir eines besonders wichtig:
👉 Diese Form der „Täuschung“ betrifft nicht nur vegane Produkte.
Die Art, wie Nährwertangaben auf Verpackungen dargestellt werden, ist ein allgemeines System und findet sich bei nahezu allen industriell hergestellten Lebensmitteln – unabhängig davon, ob sie pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind.
Das bedeutet konkret:
Milch
Joghurt
Käse
Wurstwaren
Fertiggerichte
👉 all diese Produkte weisen ihre Nährwerte in Gramm pro 100 g aus – nicht jedoch in der für den Körper entscheidenden Kalorienverteilung der Makronährstoffe.
Dadurch entsteht leicht der Eindruck, ein Produkt sei „fettarm“ oder „unproblematisch“, obwohl tatsächlich ein großer Teil der aufgenommenen Kalorien aus Fett stammt.
👉 Das gezeigte Beispiel dient also lediglich der Veranschaulichung eines grundsätzlichen Prinzips – nicht der Bewertung einer bestimmten Ernährungsform.
Versteckte Fettquellen im Alltag
Viele vergessen:
Auch gesunde Lebensmittel enthalten Fett:
Haferflocken
Nüsse
Samen
Hülsenfrüchte
Ein Frühstück aus:
Haferflocken
Leinsamen
Nüssen
Pflanzenmilch
enthält bereits relevante Fettmengen.
Dazu kommen:
Snacks
Mittagessen
verarbeitete Produkte
👉 Die Summe macht den Unterschied.
Warum Verarbeitung entscheidend ist
Ein oft unterschätzter Faktor ist der Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln.
Je stärker ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto mehr Nährstoffe kann der Körper aufnehmen.
Beispiel:
ganze Erdnüsse → ca. 64 % Fettaufnahme
Erdnussmus → über 80 %
Erdnussöl → 100 %
Das bedeutet:
👉 Je stärker verarbeitet, desto stärker wirkt das Fett im Körper
Warum industrielle Produkte problematisch sind
Wenn Sie sich die Zutatenliste vieler veganer Produkte ansehen, finden Sie:
👉 zugesetzte Öle
Diese werden:
vollständig aufgenommen
schnell verwertet
direkt gespeichert
Im Gegensatz zu natürlichen Lebensmitteln, die erst zerkleinert und verdaut werden müssen.
Fazit
Wenn Sie bereits eine vegane Ernährung verfolgen:
👉 Herzlichen Glückwunsch – ein wichtiger Schritt ist getan.
Wenn Sie jedoch langfristig Ihre Gesundheit schützen möchten, kommt es auf die Details an:
möglichst unverarbeitete Lebensmittel
möglichst geringer Fettanteil
Fokus auf vollwertige pflanzliche Ernährung
Dann wird auch Ihr nächstes Blutbild beim Hausarzt kein böses Erwachen, sondern ein Grund zur Freude sein.
Möchten Sie tiefer einsteigen?
Weitere wichtige Zusammenhänge finden Sie in diesen Beiträgen:
Wenn Sie Unterstützung bei der Umstellung Ihrer Ernährung wünschen, können Sie mir gerne eine E-Mail schreiben. Ich helfe Ihnen gern weiter.
